Wissenschaftler der Universität Augsburg haben in einer ersten Studie zu "externen Kosten" von Lebensmittel untersucht, wie teuer Lebensmittel unter Einbezug der versteckten Kosten eigentlich seien müssten. Insbesondere die Folgekosten der Herstellung und der Tierhaltung für die Umwelt und die Gesellschaft wurden beachtet.

Die Ergebnisse zeigen: Gerade konventionell hergestellte Lebensmittel führen zu hohen Folgekosten, die nicht im Laden gezahlt werden, sondern im Nachhinein von der Gesellschaft übernommen werden – zum Beispiel für die Folgen des Klimawandels oder für die Reinigung von nitratbelastetem Trinkwasser.

Bio-Produkte sind für die Gesellschaft und die Umwelt günstiger

"Unsere Studie offenbart eine erhebliche Fehlbepreisung und damit Marktverzerrung durch die Preisdifferenz, die zwischen den aktuellen Erzeugerpreisen und den wahren Kosten liegt." resümiert Dr. Tobias Gaugler vom Institut für Materials Ressource Management (MRM) der Universität Augsburg und erläutert weiter: "Die höchsten externen Folgekosten und damit größten Fehlbepreisungen gehen mit der Produktion konventionell hergestellter Produkte tierischen Ursprungs einher. Diese müssten auf Erzeugerebene dreimal so teuer sein wie derzeit bepreist".

Anders ist es bei Bio-Produkten. Hier ist die Tierhaltung und die Herstellung zwar teurer, es fallen aber deutlich weniger versteckte Folgekosten für die Gesellschaft an. Die Forscher sind sich sicher: Wäre der wahre Preis der "billigen" konventionellen Lebensmittel bekannt, würden Verbraucher noch öfter zu Bio-Produkten greifen. Hier sind Gesellschaft und Politik gefordert.

Die Forscher weisen darauf hin, dass sogar noch davon auszugehen ist, dass die tatsächliche Preisdifferenz erheblich größer ist. Denn die Datenlage zu gravierenden weiteren Umweltfolgen, wie beispielsweise zu den gesellschaftlich-sozialen Auswirkungen von Antibiotikaresistenzen oder den ökologischen Auswirkungen durch den Einsatz von Pestiziden, ist so unzureichend, dass keine Aussagen in der Studie darüber getroffen werden konnten.