Die Vergangenheit hat gezeigt, dass es ein unbekümmertes Nebeneinander von gentechnisch veränderten Pflanzen und ökologisch angebauten Pflanzen nicht geben kann, da es zu Verunreinigungen der ökologischen Pflanzen kommen kann und bei bestimmten Pflanzen diese vorprogrammiert sind. Die fremde Erbinformation der Genpflanzen kann über die Pollen durch Wind und Insekten auf gleichartige oder verwandte Pflanzen übertragen werden.
Beispiele zu massiver Verunreinigung liefert der Anbau von gentechnisch verändertem Raps bei gentechnikfreiem und ökologischem Raps in der kanadischen Provinz Saskatchewan. Etwa die Hälfte der kanadischen Rapsflächen sind mit gentechnisch verändertem Raps bepflanzt. Dies bedeutet für die dort ansässigen Bauern, dass sie keinen Öko-Raps mehr anbauen können, da die Verunreinigungen durch den starken Pollenflug zu hoch sind (Verunreinigungen bis zu 7,2%).
Die Gefahr der Gentechnik in der Landwirtschaft liegt in der unkontrollierten Verbreitung der gentechnisch veränderten Pflanzen, die nicht mehr rückgängig gemacht werden kann und deren Risiken für das Ökosystem nicht absehbar sind. Weitere Verunreinigungen kann beim Transport und der Verarbeitung erfolgen. Die staatlichen Untersuchungsämter finden auch bei uns regelmäßig geringe Spuren von Genmais oder Gensoja in deutschen Lebensmitteln. Schon heute wird ein großer Aufwand betrieben, um mögliche Verunreinigungen mit gentechnisch veränderten Pflanzen zu vermeiden, der sich auf die Kosten für die Öko-Produkte niederschlägt. Bisher ging es in Europa hauptsächlich darum, Verunreinigungen beim Transport und der Lagerung zu verhindern, aber gegen Pollenflug sind die Landwirte machtlos.
Wir sind der Meinung, dass der Verbraucher nach wie vor das Recht und die Möglichkeit haben sollte, gentechnikfreie Lebensmittel zu verzehren. Der Verbraucher ist in der Lage, u.a. durch sein Kaufverhalten die Verbreitung der Gentechnik in der Landwirtschaft zu beeinflussen.

