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Georgs Kolumne

Geo-Engineering oder das grosse Herumschrauben an unserem Planeten

Der Homo Sapiens forscht und experimentiert gerne. Dazu gehören auch Manipulationen, um die Technik und damit die eigene gesellschaftliche Situation zu verbessern. Das hat den Menschen weit gebracht, allerdings auch seine Grenzen aufgezeigt. Die Umwelt- und Klimaprobleme sind offensichtlich. Die Hoffungskarte Geo-Engineering sticht aber nicht.

Der Handlungsdruck, gerade nach der gescheiterten Klimakonferenz in Kopenhagen ist groß. Nun sollen riesige Projekte helfen das Klima, die Umwelt und den Hunger zu retten. Geo-Engineering heißt dazu das Schlagwort. Seine Befürworter drehen an einem großen Rad. Die Umsetzung soll durch massiven technologischen Einsatz erreicht werden. Es geht um Eingriffe in die Erdatmosphäre, in die Ozeane oder in den Boden. Zum Beispiel, in dem man Schwefelpartikel in die Stratosphäre bläst, um die Sonnenstrahlen zurückzuwerfen. Oder in dem Eisenpartikel auf die Meeresoberfläche gestreut werden, um CO2 absorbierende Algen zu vermehren und die Meerestemperatur zu senken. Die Experten wollen mit solchen und anderen vergleichbaren Maßnahmen das Weltklima retten. Und nicht wenige Medien spenden Applaus.

Foto: Helgi / photocase.com


Die Manipulation des Wetters ist ein herausragendes Beispiel. In den USA verweist man auch gerne auf jahrelange lokale Erfolge. Es gehörte schon immer zum Traum der Menschheit das Wetter zu verändern. In den USA steigen seit Jahren Flugzeuge in den Himmel und "impfen" Gewitterwolken, um so die Gefahr der Zerstörung der Felder mit großen Hagelkörnern zu minimieren. Auch die chinesische Regierung experimentiert mit Wettermanipulationen. Im Vorfeld der Olympischen Spiele in Peking wurde uns das alles vor Augen geführt.

Gerne verweisen die Befürworter von Geo-Engineering auf die Verantwortung des Menschen. Er hätte die Atmosphäre manipuliert und jetzt müsste er die Suppe wieder auslöffeln. Und die Technologien hätten wir ja dazu.

Schon ein Blick in die Geschichte lässt ernsthafte Zweifel aufkommen.
Die ersten Ideen dazu gab es schon vor Jahrzehnten. Allerdings zunächst aus anderen Gründen. Militärs wollten mit der "Klima-Kriegsführung" in die Vorderhand kommen. Im Rahmen der "Operation Popeye" versuchten die USA, den Verlauf des Vietnamkriegs durch künstlich erzeugte Regenfälle zu beeinflussen.

Aber auch schon damals ging es um die Rettung der Welt, zum Beispiel der sozialistischen Welt. In der Sowjetunion war der technologische Machbarkeitswahn besonders ausgeprägt. Der russische Ingenieur M. M. Dawydow wollte Anfang der fünfziger Jahre die sibirischen Flüsse Ob und Irtysch zu einem Stausee vereinigen, der die Größe Deutschlands gehabt hätte. Das neue Gewässer wiederum sollte die Trockengebiete um den Aralsee und das Kaspische Meer fruchtbar machen. Der Kanal-Idee stand nur ein kasachisches Gebirge im Weg - man hätte es sprengen müssen. Erst 1986 wurde dieser Plan aufgegeben. Heute ist der Aralsee weitgehend ausgetrocknet und in Teilen eine Salzwüste, weil das Wasser der Zuflüsse zur Bewässerung von Baumwollplantagen abgezweigt wurde, die aber im heutigen Usbekistan ebenfalls unter salzhaltiger Trockenheit zu leiden haben. Das Gegenteil der ursprünglichen Planungen trat ein.